STUDIE: SO HAT SICH DER DEUTSCHE WOHNUNGS­MARKT VON 2008 BIS 2018 VERÄNDERT

Meldung vom 13.12.2019

Zeiten ändern sich – auch bei der deutschen Immobilienbranche. Was genau sich von 2008 bis 2018 getan hat? Die wichtigsten Entwicklungen auf einen Blick. 

Deutschland wächst und gedeiht. 2018 lebten hier 2,5 Millionen Menschen mehr als 2012. Besonders begehrt: die Großstädte – zumindest bei jungen Menschen. Mit einem Bevölkerungszuwachs von fast 13 % ist Leipzig dabei Hotspot Nummer eins, gefolgt von Frankfurt am Main (+9,5 %) und Berlin (+8 %). So eine aktuelle Studie des Statistischen Bundesamtes. Viele Bewohner benötigen aber auch großen Wohnraumbedarf. Und hier sieht es nicht ganz so rosig aus. Denn das Angebot kann mit der steigenden Nachfrage einfach nicht mithalten. Mit anderen Worten: Wohnraum ist knapp. Als Folge davon ist zwischen 2010 und 2018 die durchschnittliche Wohnfläche pro Person um 1,7 Quadratmeter gesunken. Sie liegt nun bei 39,2 Quadratmetern. Es wird eng. Eine von vielen Entwicklungen in den letzten zehn Jahren seit 2018. Was sich laut der Studie des Statistischen Bundesamtes noch verändert hat? Hier sind unsere Top 4.

1. Die Preise für Wohneigentum steigen

Der Preis ist heiß: In Sachen Wohneigentum muss man immer tiefer in die Tasche greifen. Ein- und Zweifamilienhäuser sind in den letzten Jahren stetig teurer geworden. Genauer gesagt kosten sie 2018 fast doppelt so viel (Anstieg von 49,9 %) wie 2008. Und auch Eigentumswohnungen ziehen mit. Von 2016 bis 2018 ist der Preis in den sieben größten Städten Deutschlands um 23,4 % gestiegen. Ein Phänomen, das man nicht nur in Großstädten beobachten kann. Auch in dünn besiedelten ländlichen Gebieten sind Immobilien um 10,4 % teurer geworden.

Eine Immobilie zu kaufen, ist die eine Sache. Eine andere ist es, das Eigentum instand zu halten. Auch das ging in der Vergangenheit immer mehr ins Geld. Die Preise für Instandhaltung und Reparatur von Häusern und Wohnungen sind im Zehnjahresvergleich um 26 % gestiegen. Strom ist um ganze 41,3 % teurer geworden. Die Wohnungsnebenkosten haben ebenfalls angezogen – wenn auch nicht so stark. Hier sind es lediglich 11,9 % mehr.

2. Der Bauüberhang hat sich mehr als verdoppelt

Wenn es um Baugenehmigungen geht, geben die Kommunen mit vollen Händen. Zwischen 2008 und 2018 hat sich die Anzahl der Genehmigungen von 178.000 auf 347.000 fast verdoppelt. Ein positiver Trend – allerdings mit einem Haken. Denn viele genehmigte Wohnungen werden nicht fertiggestellt. Es entsteht ein Bauüberhang. Der hat sich von 2008 bis 2018 mehr als verdoppelt. Demnach waren letztes Jahr 693.000 Wohnungen zwar genehmigt, aber nicht fertiggestellt.

3. Noch abzuarbeiten: Bauaufträge in Höhe von 9,1 Milliarden Euro

Auch bei den Betrieben im Bauhauptgewerbe liegt derzeit einiges auf dem Tisch. Der Bestand an Aufträgen, die zwar eingegangen, aber nicht vollständig ausgeführt wurden, erreichte 2018 Rekordniveau. Aufträge im Wert von knapp 9 Milliarden Euro warten derzeit darauf, abgearbeitet zu werden.

4. Mangel: Personal auf den Baustellen

Um Auftragsbestände abzuarbeiten, braucht es Personal. Laut Statistischem Bundesamt mangelt es Bauunternehmen jedoch daran. Und dass, obwohl sich die Anzahl der Beschäftigten im Wohnungsbau von 2008 bis 2018 um 25 % erhöht hat. Warum die Rechnung dennoch nicht aufgeht? Weil die Auftragsbestände sich im gleichen Zeitraum fast verdreifacht haben.

Quelle: Hüttig & Rompf

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